Spandauer Altstadt und ihre Zukunftsaussichten

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Dauerbaustelle #Spandauer City

Im Rahmen des Bund-Länder-Förderprogramms „Städtebaulicher Denkmalschutz“ ist im #Spandauer Hauptzentrum mit seinen 250.000 Quadratmetern Fläche, 35.000 Quadratmetern öffentlichem Raum, weit über 500 Gewerbeeinheiten und knapp 70 gastronomischen Einrichtungen bereits einiges geschehen oder in Gang gesetzt worden. Für diese Aufgabe stehen von 2015 bis 2025 bis zu 50 Millionen Euro zur Verfügung. Beendet sind bislang die Sanierung der Fassade des Musikschul-Hauses an der Moritzstraße 17 oder die Dachsanierung des Gotischen Hauses an der Breiten Straße 32. 2020 wird das Innere des Musikschul-Gebäudes umgebaut sowie die Außenanlagen etwa durch Fahrradständer ergänzt. Zum Jahreswechsel 2020/2021 soll dann der derzeit ins „alte Kant“ ausgelagerte Betrieb der Musikschule wieder im Gebäude an der Moritzstraße aufgenommen werden.
Kleinere und noch in der Planungsphase befindliche Projekte sind die Neugestaltung des „Knochenkellers“ im Keller und Erdgeschoss des Gebäudes an der Ecke Reformationsplatz und Mönchstraße und des „Historische Kellers“ an der Carl-Schurz-Straße 49. Im „Knochenkeller“, Spandaus archäologischem Schaufenster, sollen Belichtung und Darstellung der gezeigten Objekte verbessert werden, im „Historischen Keller“, der derzeit nur für Kunstausstellungen genutzt wird, könnten etwa verbesserte sanitäre Einrichtungen dabei helfen, ihn auch für von vielen Gästen besuchte, regelmäßige Veranstaltungen zu nutzen. Größere und weitaus kostenaufwändigere Planungen gibt es für die Stadtbibliothek an der Carl-Schurz-Straße 13 sowie für das Stresowufer auf der gegenüberliegenden Havelseite.
Bei der Bibliothek besteht wegen der maroden Bausubstanz dringender Handlungsbedarf für die Sanierung von Dach und Fenstern. Wegen der erwartet hohen Kosten wird das kaum allein über den „Städtebaulichen Denkmalschutz“ finanziert werden können. Andreas Wunderlich, Geschäftsführer des Altstadt-Managements Spandau, rechnet damit, dass auch eine weitere Finanzierung aus anderen Töpfen herangezogen werden muss. Auch am Stresowufer wird es noch etwas länger dauern. Dort soll etwa ein barrierefreier Fuß- und Radweg entstehen. Geplant sind zudem ein Aussichtpodest und eine Schwimm-Plattform. Derzeit ist man allerdings noch bei den Vorplanungen. Anfang des Jahres ist eine Anliegerbeteiligung vorgesehen.
Begonnen wurde Ende 2019 bereits mit der Sanierung der Wasser- und Kammerstraße. Diese beiden Straßen verbinden die Fußgängerzone mit dem Grünzug am Lindenufer, verknüpfen so den Grün- und Stadtraum miteinander. Beide Straßen werden bis etwa Mitte des Jahres barrierefrei umgestaltet. Durch die Verwendung von gesägtem Großpflaster soll der gassenartige, altstadttypische Charakter jedoch erhalten bleiben. Eigentlich sollte auch die Umgestaltung des Reformationsplatzes bereits Ende 2019 beginnen. Jetzt werden sich die Bauarbeiten zur Neugestaltung des Platzes aber verzögern. Nach Angaben von Baustadtrat Frank Bewig (CDU) ist der Grund dafür das Ergebnis der Ausschreibung. Nach wirtschaftlicher Prüfung ergebe sich aus deren Wertung, dass die vorliegenden Angebote nicht wirtschaftlich für den Auftraggeber seien. Daher startet nun eine erneute Ausschreibung. Der Umbau ist dann in zwei Bauabschnitten geplant. Zunächst ist der Südteil des Platzes dran. Dann folgt die Nordseite. Ziel ist, den Platz rund um die St. Nikolai-Kirche bis voraussichtlich Ende 2021 einladender und etwa durch neue Pflasterung auch barrierefrei zu gestalten.
Noch in der Anfangsphase ist der geplante Umbau des Markts. Er wurde vor knapp 50 Jahren in der jetzt bestehenden Form gestaltet. Nun sollen seine Aufenthaltsqualität und Nutzbarkeit für die zahlreichen Veranstaltungen und Märkte erneut verbessert werden. Dazu sollen etwa die bestehenden Höhenunterschiede verschwinden und der Pflasterbelag erneuert werden. Mehrere Varianten werden entwickelt. Sie werden noch in diesem Jahr bei öffentlichen Veranstaltungen, die über die Umgestaltungs-Planungen des Markts informieren, vorgestellt. Für den Beginn der Umbauarbeiten gibt es noch keinen Termin. Ebenfalls noch in der Planungsphase sind die Umgestaltung der Vorplätze des Rathauses an der Carl-Schurz-Straße 2/6 sowie des Fernbahnhofs Spandau an der Seegefelder Straße. Erste Ideen für eine mögliche Umgestaltung von Rathausvorplatz und Bahnhofsvorplatz bedürfen zunächst einer vertiefenden Untersuchung, weiterführenden Verkehrsanalysen sowie umfangreicher Abstimmungen mit zahlreichen Akteuren wie etwa BVG, der Abteilung Verkehrs-Management des Senats und Leitungsbetrieben. Geklärt werden soll etwa, welche Varianten und Verkehrsführungen möglich sind.
Noch in diesem Jahr soll der Umbau der denkmalgeschützten, 100 Jahre alten Freilichtbühne an der Zitadelle, Am Juliusturm 64, beginnen. Die 1921 auf dem Zitadellenglacis gebaute Freilichtbühne ist eine der ältesten ihrer Art in Deutschland. Obwohl eigentlich nicht mehr direkt zur Altstadt gehörend, soll der Umbau mit Mitteln der Altstadtsanierung finanziert werden. Geplant ist etwa der Umbau des jetzigen Toilettenhauses zu einem Catering-Haus. Ein barrierefreies Toilettengebäude soll dafür neu entstehen. Die Gesamtkosten des ersten Bauabschnitts werden rund 800.000 Euro betragen. Von Ende 2021 startet dann die zweite Umbauphase, in der etwa Garderoben und Sitzbänke erneuert und ein neues Werkstattgebäude gebaut werden sollen. Danach werden auch noch Bühne und Technik saniert. Eine Machbarkeitsstudie ist in Arbeit. Deren Ergebnisse zu möglichen Varianten und deren Kosten sind Grundlage für die Beantragung weiterer Fördergelder.
Weitere Informationen zu den Änderungen, die es in der Altstadt Spandau geben wird, unter
http://altstadtmanagement-spandau.de/isek-spandau/projekte-und-massnahmen/ . ud

Foto Markt im Herzen der Spandauer Altstadt: Altstadtmanagement Spandau