Begegnungen mit Wildschweinen.


Da es wieder zum Thema wurde und wir im Jungfernheidepark und W.v.Siemenspark auch einige Schwarzwildlinge ansässig haben. Wichtig ist Ruhe bewahren.

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Immer mehr Wildtiere in der Stadt –Wie kommt das?Berlin ist eine Stadt, die vom Grün geprägt ist. Über 40 Prozent der Stadtfläche Berlins sind Grün- und Wasserflächen – ob Stadtpark, Siedlungsgrün, Schutzgebiet, Schrebergarten, Wald oder Industriebrache. Die Stadt bietet damit nicht nur den Menschen einen Lebensraum, sondern auch vielen tausend Tier- und Pflanzenarten. Hierzu gehören auch zahlreiche Säugetierarten, die inzwischen selbst in dicht bebauten Ortsteilen anzutreffen sind.Vor allem Füchse, Steinmarder, Waschbären, Kaninchen und Wildschweine gehören zu den „Gewinnern“ der im Stadtgebiet lebenden Arten. Das Nahrungsangebot ist in der Stadt größer als in den natürlichen Lebensräumen und jederzeit leicht verfügbar. Auch ist es in der Stadt wärmer als in den nicht besiedelten Bereichen. Das für viele Menschen noch ungewohnte Bild von im Stadtpark umherstreifenden Füchsen, in den Siedlungsgebieten lebenden Kaninchen oder an den Waldrändern auftauchenden Wildschweinen sorgt oft für Aufregung oder Beunruhigung.Viele Tiere zeigen ein sehr vertrautes Verhalten gegenüber uns Menschen. Glücklicher Weise geht von den Tieren grundsätzlich keine Gefahr aus, ihr Auftreten wird in der Bevölkerung oft sogar als Bereicherung des Stadtlebens gesehen. Allerdings gilt es, einige Regeln und Grundsätze einzuhalten. Auf die Frage, wie man sich gegenüber einem Wildtier am besten verhält, warum die Tiere überhaupt den Wald verlassen und wie man ggf. sein Grundstück, Haus oder Garten am besten gegenüber den Tieren schützt, wird in diesem Faltblatt beschrieben. Es soll auch dazu beitragen, mehr über die wildbiologischen Zusammenhänge zu erfahren und die recht-lichen Rahmenbedingungen und empfohlenen Handlungsweisen darstellen, um eine möglichst angenehme Nachbarschaft mit den Tieren zu ermöglichen.Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt
2Das WildschweinIn den Siedlungsgebieten am Rand der Stadt aber auch in den hochverdichteten innerstädtischen Wohngebieten sind häufig Wildtiere zu beobachten. Kleinere Tiere, wie Vögel oder Igel werden als niedlich empfunden und toleriert. Größeren Tieren jedoch stehen die meisten Menschen, zumal wenn sie sich geschädigt fühlen, eher ängstlich gegenüber. So wird ein Wildschwein, das den Garten umbricht und zerstört, als Plage empfunden. Naturfreunde hingegen sehen durch die Möglichkeit der Beobachtung von Tieren in ihrem natürlichen Umfeld eine Bereicherung. Mit der Information über Lebensraum, Instinkte und Verhaltensweisen von Wildtieren wird es möglich, auch Wildschweinen mehr Verständnis entgegen zu bringen. Anstatt bei Konflikten gleich an den Abschuss der Tiere zu denken, können durch gezielte Schutzmaßnahmen sowie angemessene Verhaltensweisen Probleme im Vorfeld gelöst werden.Merkmale – AussehenDas mitteleuropäische Wildschein (Sus scorfa scorfa) gehört zur Familie der nicht wiederkäuenden Paarhufer. Das dichte borstige Fell variiert stark von hellgrau bis zu tiefem Schwarz. Dieser Farbe verdanken die Tiere die waidmännische Bezeichnung „Schwarzwild“. Die Jungen, „Frischlinge“, haben bis zum vierten Monat charakteristische hellgelbe Längsstreifen. Das Wildschwein hat im Vergleich zum Hausschwein einen kräftigeren, gedrungenen Körper, längere Beine und einen hohen, keilförmig gestreckten Kopf mit kleinen Augen und dreieckigen Ohren. Die Schnauze endet in einem kräftigen, kurzen Rüssel. Größe und Gewicht der Tiere können stark schwanken und sind von den jeweiligen Lebensbedingungen abhängig. Die Kopf-Rumpf-Länge kann beim männlichen Schwein, dem „Keiler“, 1,50 bis 1,80 m und die Schulterhöhe bis zu 1,10 m betragen. Keiler können ca. 100 bis 150 kg schwer werden; weibliche Tere, „Bachen“ genannt, erreichen etwa 50 bis 70 % des Keilergewichtes. Das Sehvermögen ist beim Wildschwein – außer für Bewegungen – relativ gering, Gehör- und Geruchssinn sind dagegen sehr gut entwickelt.
3Vorkommen und LebensraumDas Verbreitungsgebiet des Wildschweins umfasst ursprünglich ganz Europa, Nordafrika und weite Teile Asiens. Heute ist das Wildschein aber auch in Nord-, Mittel- und Südamerika sowie in Australien und Neuseeland beheimatet. Am liebsten halten sich die Tiere in ausgedehnten Laubwäldern mit dichtem Unterwuchs und feuchten Böden auf. Auch gut strukturierte Feldlandschaften sowie Gebiete mit Gewässern und Röhrichtzonen sind bevorzugte Lebensräume. Die Nähe zum Wasser spielt immer eine große Rolle, da sich die Tiere zur Hautpflege gern im Schlamm suhlen. Auch transportieren feuchte Böden Gerüche besser, was die Nahrungssuche erleichtert. Wildschweine sind tag- und nachtaktive Tiere, die ihren Lebensrhythmus an die jeweiligen Lebensbedingungen anpassen. Werden sie durch den Menschen tagsüber gestört, verlagern sie den Schwerpunkt ihrer Aktivitäten auf die Nachtzeit. Den Tag verschlafen sie dann im Schutz eines Dickicht und beginnen erst in der Dämmerung mit der Nahrungssuche. Dabei können sie bis zu 20 km zurücklegen.Mehr noch dazu:Wie sichert man sein Grundstück?Warum ist das Füttern verboten?


Berlin.de Stadtnatur

https://www.berlin.de/senuvk/forsten/wildtiere/download/wildschweine.pdf

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